Sich raus aus bekannten Strukturen zu bewegen, hilft Kreativität freizusetzen. Abseits von tradierten Mustern denken, Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und so neue Ideen finden. Diese Ideen sind wiederum ein Angebot an uns, es gleich zu tun – wie unsere OUT OF THE BOX Projekte, eine wahre (Kino-)Inspiration.

Once upon a Time in Germany

OUATIG Filmplakat

Teilnahmslose Landschaften, brechendes Licht, irgendein Vogel und das Fenster zum Talg-schwangeren Wohnzimmer aus Mustertapeten und Belanglosigkeiten. Schnitt. Zähe Plansequenzen blähen Momente zu Hängepartien und zertrümmern ihr zittriges Zuschauertum. Donnernde Leitmotive - wie deutsches Desinteresse im Dauerrausch - ohne Lehne und Lederhose. Schwarzrotgold auf Vollmast, das Kino ist tot. Es lebe das Kino.

ONCE UPON A TIME IN GERMANY - ein heimfilmisches Lesartenkabinett deutscher Erinnerungskultur der 1960er- bis 1980er-Jahre. Aus über 50 Kilometern Super 8mm-Found-Footage ist ein visuell assoziativer Cut-Up-Film entstanden, den die beiden Regisseure live mit selbstkomponierten Tonband-Soundscapes und gesampelten Textfragmenten deutscher Dada-, Beat- und Untergrundliteratur vertonen. Ein analoges Kinoerlebnis, das mit dem Kino bricht und gleichzeitig eine Liebeserklärung an das Kino formuliert.

Datum
Uhrzeit
Ort
Title
Samstag, 29.10
00:15
Central 3
Once Upon a Time in Germany
Credits

Wiebke Thomsen

02 Wiebke Thomsen

Geboren 1982 in Georgsmarienhütte. Studium der Kulturwissenschaften, Filmwissenschaft und Philosophie in Leipzig. Tätig als freischaffende Live Super 8mm-Kinokünstlerin.

Johannes Thomsen

03 Johannes Thomsen

Geboren 1981 in Hannover. Studium der Germanistik, Politik- und Rechtswissenschaften in Marburg. Tätig als freischaffender Live Super 8mmKinokünstler.

Eintritt

Für diese Veranstaltung ist der Eintritt frei.

Ort

Central Kino Hof
Altstadt 8
95028 Hof

Shakespeare-Automat

SHAKESPEARE AUTOMAT Raumschiff Raumfahrer
SHAKESPEARE AUTOMAT Pferd
SHAKESPEARE AUTOMAT bild taxi taxifahrer de

Das Fundament dieses intermedialen, interaktiven Automaten bildet das 66. Sonett von Shakespeare. Ein 400 Jahre alter Text über Hoffnungslosigkeit, Überforderung, Politikverdruss und den Zustand körperlicher und psychischer Trägheit. Na, herzlichen Dank.

Dennoch faszinieren diese zeitlosen Verse. Sie schaffen es, bekannte Gefühle zu verbalisieren und weisen Wege aus der Orientierungslosigkeit.

Wie verändert sich aber das Sonett, wenn wir es nicht nur linear erzählen? Verstehen wir nun nichts mehr oder entstehen Assoziationen, die uns erst recht ermöglichen, den Inhalt zu begreifen? Was passiert, wenn alte, vermeintlich elitäre Texte auf aktuelle Sehgewohnheiten treffen?

Minimale Aufmerksamkeitsspanne versus Binge Watching. Beim SHAKESPEARE-AUTOMAT können Nutzer*innen spielerisch mit Hilfe von 27 Videos die Sprache, die Situation und die Figur bestimmen und somit entscheiden, welche Version des Sonetts sie zu sehen bekommen. Richtig ist, was Spaß macht.

Datum
Uhrzeit
Ort
Title
Mittwoch, 26.10
16:30
Bürgergesellschaft
Shakespeare-Automat
Donnerstag, 27.10
20:00
Bürgergesellschaft
Shakespeare-Automat
Credits

Tomasz Robak

SHAKESPEARE AUTOMAT Bild Tomasz Robak Bjoern Jansen

Tomasz Robak, geboren 1991 in Konstanz, studierte Theaterwissenschaft in Wien. Schauspielstudium an der HMTM Hannover und der Staatlichen Hochschule für Film, Fernsehen und Theater in Łódź. Seither als Schauspieler und Sprecher tätig. Kinodebüt mit dem Film „Coup“ von Sven O.Hill (HOF 2019). Aktuell ist er an der Oper Zürich zu sehen.

Buch WILLIAM SHAKESPEARE
Polnische Übersetzung STANISŁAW BARAŃCZAK
Deutsche Übersetzung CHRISTA SCHUENKE
Schauspiel TOMASZ ROBAK
Kamera & Color Grading FELIX KAHLO
Sound Design KARIM SHALABY
Boom ANDREAS BECHTOLD, JONATHAN BECHTOLD
VFX DAVID EMMENLAUER
Make up EVA HANNA HIELSCHER
Logotype VANITY INITIALS VON BJÖRN GIESECKE
Webdesign & Programmierung THOMAS RAGER
Produktion TOMASZ ROBAK

Gefördert durch den Corona Kulturfonds des Landkreises Konstanz

Eintritt

Für diese Veranstaltung ist der Eintritt frei.

Ort

Bürgergesellschaft
Poststraße 6
95028 Hof

Details

Sonett 66 von William Shakespeare
Format: Cinemascope
Dauer: 27 x ca. 1,5 Minuten.
Sprachfassung: deutsch, polnisch, englisch ohne Untertitel
Land: Deutschland 2022

Liquid Staging

2021 feierte Asteris Kutulas’ Show-Format LIQUID STAGING seine Weltpremiere bei den 55. Internationalen Hofer Filmtagen: ein Soundtrack, vier Filme auf vier Leinwänden, alles gleichzeitig. Die Zuschauer*innen sind mittendrin.

Mit der überarbeiteten Fassung von ELECTRA 21, dem Stück MEDEA 21 sowie dem SATELLITE CLIPS PROJECT präsentiert der Künstler und Preisträger des Hans-Vogt Filmpreises Kutulas gleich drei polydimensionale Erlebnisse als Weltpremieren. Das ist immersives „Kino 2.0“ mit den unvergleichlichen Kompositionen des musikalischen Anarchisten Mikis Theodorakis.

Datum
Uhrzeit
Ort
Title
Mittwoch, 26.10
19:30
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Electra 21

mit Satellite Clips Project als Vorfilm

Mittwoch, 26.10
21:00
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Medea 21

mit anschließender Diskussion

Freitag, 28.10
19:30
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Electra 21

mit Satellite Clips Project als Vorfilm

Freitag, 28.10
21:00
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Medea 21

mit anschließender Diskussion

Samstag, 29.10
16:30
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Electra 21

mit Satellite Clips Project als Vorfilm

Samstag, 29.10
18:00
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Medea 21

mit anschließender Diskussion

Credits

Asteris Kutulas

Asteris Kutulas By Dom Quichotte

Geboren 1960 in Oradea, Rumänien, als Sohn griechischer Einwanderer, aufgewachsen in der ehemaligen DDR. Studium der Germanistik und Philosophie. Seit Anfang der 1980er Jahre arbeitet Kutulas als Autor, Produzent und Regisseur bei diversen Musik- und Dokumentarfilm-Produktionen sowie als Regisseur und Dramaturg bei Theater- und Showinszenierungen.

Achilleas Gatsopoulos

Achilleas Gatsopoulos

Geboren 1980 in Athen. VFX und Production Design for Film Studium in Großbritannien. Arbeitete im Art Department von Filmen wie HARRY POTTER III, FRAU IM DUNKELN, etc. Entwarf gleichzeitig Bühnen- sowie Bewegungsdesign für Großveranstaltungen. Regie bei Videos für Pet Shop Boys, James Blunt, SKIN, u.v.m.

Eintritt

Für diese Veranstaltung ist der Eintritt frei.

Ort

Bürgergesellschaft
Poststraße 6
95028 Hof

Medea 21

Aus Liebe zu Jason verrät Medea ihre Familie, erschlägt ihren Bruder und flieht aus der Heimat. Sie und Jason haben bald zwei Söhne, aber Jason heiratet nicht Medea, die in seinem Land eine Fremde ist. Er nimmt Glauke zur Frau, die Tochter des Königs. Medea tötet aus Rache Glauke und den König, und dann tötet sie ihre beiden Söhne, um Jason auf ewig leiden zu
lassen.

Leinwände

Leinwand 1: Liebe, Eifersucht, Mord.
Die Mutter tötet ihre Kinder. Ein Tanzfilm – die Aufführung des MEDEA-Balletts von Renato Zanella im „Apollo“-Theater in Hermoupolis auf Syros mit der extraordinären Maria Kousouni als Medea. Eine Mischung aus klassischem Ballett und modernem Ausdruckstanz.

Leinwand 2: Verstörende Schönheit.
Die 15-jährige Bella in einer „heilen Welt“ – wie nicht von dieser Welt –, verstörend idyllisch, verstörend schön. Beinahe unwirklich erscheint sie, eine Fiktion. Keine Fiktion dagegen das Buch, das sie gerade liest, die Worte der 1944 in einem Amsterdamer HinterhausVersteck untergetauchten Anne Frank.

Leinwand 3: Energie und Freiheit des Schöpferischen.
Making-of zum Tanzfilm – die spannenden Proben für die Ballett-Aufführung mit den Tänzern und dem Choreografen Renato Zanella.

Leinwand 4: Keine Zukunfts-Perspektive.
Rebellierende Jugendliche. Die Jugendaufstände zwischen 2010 und 2014 in Griechenland als Sinnbild des Widerstands der jungen Generation gegen eine gewalttätige und menschenverachtende Politik. Mittendrin in diesen Aufständen auch der über achtzigjährige Komponist Mikis Theodorakis. Jugendliche, voller Wut und Verzweiflung. Gestalten aus einer anderen, trostlosen und traumatischen Welt, die sich der Alltagsrealität bemächtigt haben.

Credits

Musik MIKIS THEODORAKIS
Choreografie RENATO ZANELLA
Cinematography MIKE GERANIOs
Art Direction ACHILLEAS GATSOPOULOS
Music Production, Editing & Mastering ALEXANDROS KAROZAS
Szenografie GEORGIOS KOLIOS
Co-Produktion KLAUS SALGE & SCHOTT MUSIC
Drehbuch, Produktion ASTERIS & INA KUTULAS
Konzept, Regie ASTERIS KUTULAS

Datum
Uhrzeit
Ort
Title
Mittwoch, 26.10
21:00
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Medea 21

mit anschließender Diskussion

Freitag, 28.10
21:00
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Medea 21

mit anschließender Diskussion

Samstag, 29.10
18:00
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Medea 21

mit anschließender Diskussion

Electra 21

Der Vater opfert die älteste Tochter für Macht und Ruhm, seine Ehefrau erschlägt ihn dafür Jahre später. Ihre Kinder Electra und Orest töten sie, um den Vater zu rächen. Ein Kreis des Hasses und der Vernichtung. Kein Happy End.

Leinwände

Leinwand 1: Ballettaufführung
Die (cinematic) aufgezeichnete Ballett-Aufführung ELECTRA im „Apollo“-Theater in Hermoupolis auf Syros.

Leinwand 2: Proben
Aufzeichnung der Proben für die Ballett-Aufführung an verschiedenen Orten in Österreich und in Griechenland mit den Tänzern und dem Choreografen Renato Zanella.

Leinwand 3: Genesis des Texts & filmische Assoziationen
„Fiktionale Szenen“ und filmische Kommentare zur Electra-Handlung, verbunden mit grafisch gestalteten Einblendungen der Sophokles-Textpassagen, die jeweils synchron zur Musikeinspielung zu sehen sind.

Leinwand 4: Genesis der Musik und der Einspielung
Zu sehen ist Mikis Theodorakis, der die Musik-Aufnahme der Oper ELECTRA im Studio in St. Petersburg dirigiert. Diese Aufnahme ist die Grundlage, die für die Electra-Ballettaufführung verwendet wurde. Die Film-Aufnahmen werden gemischt mit Videoclips von jungen Dirigent*innen, die einige der 22 Szenen des ELECTRA 21-Soundtracks dirigieren.

Credits

Musik MIKIS THEODORAKIS
Text SOPHOKLES
Konzept ASTERIS & INA KUTULAS
Choreografie RENATO ZANELLA
Elektra SOFIA PINTZOU
Cinematography JAMES CHRESSANTHIS ASC, GSC & MIKE GERANIOS
Schnitt ASTERIS KUTULAS, YANNIS SAKARIDIS U.A.
Art Director ACHILLEAS GATSOPOULOS
Szenografie & Produktionsleitung GEORGIOS KOLIOS
Kostüme OLGICA GJORGIEVA, ANNABELL JOHANNES U.A.
Musik Produktion, Mix & Mastering ALEXANDROS KAROZAS
Regie ASTERIS KUTULAS

Datum
Uhrzeit
Ort
Title
Mittwoch, 26.10
19:30
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Electra 21

mit Satellite Clips Project als Vorfilm

Freitag, 28.10
19:30
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Electra 21

mit Satellite Clips Project als Vorfilm

Samstag, 29.10
16:30
Bürgergesellschaft
Liquid Staging: Electra 21

mit Satellite Clips Project als Vorfilm

Satellite Clips Project

Zum Soundtrack von Mikis Theodorakis werden zehn Videoclips von Asteris Kutulas & Co. sowie zehn Digitalgrafiken von Achilleas Gatsopoulos im LIQUID STAGING Show Format gezeigt.

Soundtrack

Die Musik aller Videoclips stammt von Mikis Theodorakis, hier vorwiegend in diversen Interpretationen und Arrangements junger Musiker*innen (u.a. als Ethno-, Jazz-, Rock-, Klassik- und Electro-Version).

Leinwände

Leinwand 1
Zehn aufeinander folgende Videoclips, die Satellite Clips. Entstanden sind diese als Zusammenarbeit von etwa 20, vorwiegend jüngeren, Künstler*innen aus sechs Nationen. Sie kommen aus den verschiedensten künstlerischen Bereichen wie Mode, Film, Gesange, etc. und haben bei der Gestaltung der Video-Clips ihre eigene Ästhetik eingebracht. Zusammengehalten wird das Ganze durch den gesamtkünstlerischen Ansatz des Konzept-Künstlers und Filmemachers Asteris Kutulas.

Leinwände 2 bis 4
10 x 3 Film-Grafiken von Achilleas Gatsopoulos. Es handelt sich um Stillframes aus dem Filmmaterial der Satellite Clips, die digitalisiert und filmkünstlerisch bearbeitet wurden.

Statement

Gerät die äußere Welt in Bewegung, ist das Leben in einer privaten heilen Welt nicht mehr fortzuführen. Moral war vor 2.500 Jahren ein Halt und ist es noch heute. Genauso die damit verbundene Frage: wessen Moral, wessen Integrität, wen schützt sie, wer wird ins Unglück gestürzt, welches Interesse hat Vorrang, um welchen Preis, mit welchen Folgen, für wen? Diese Fragen werden immer wieder neu gestellt.

Das SATELLITE CLIPS PROJECT verbindet auf innovative und spezifische Weise bildende Kunst und Film miteinander. Es zeigt modellhaft, wie man durch den dramaturgischen Ansatz des Liquid Staging aus einer Reihe von Video-Clips und grafischen Kunstwerken, die zu Film-Grafiken werden, ein intensives Seh-Erlebnis entsteht.

Credits

Produktion ASTERIS KUTULAS & ACHILLEAS GATSOPOULOS; ASTI MUSIC & HYPNAGOGIA
Cast MIKIS THEODORAKIS, AIR CUSHION FINISH, ALEXIA, ROSA MERINO CLAROS, STELLA KALAFATI, MARIA KOUSOUNI, JOHANNA KRUMIN, ILZE LIEPA, MELENTINI, ELTION MERJA, SOFIA PINTZOU, HENNING SCHMIEDT, JOCELYN B. SMITH, RENATO ZANELLA U.A.
Schnitt CLEOPATRA DIMITRIOU, ACHILLEAS GATSOPOULOS, ANTONIA GOGIN, STELLA KALAFATI, ASTERIS KUTULAS
Kamera ACHILLEAS GATSOPOULOS, MIKE GERANIOS, STELLA KALAFATI, ASTERIS KUTULAS
Art Direction ACHILLEAS GATSOPOULOS
Music Editing, Mastering ALEXANDROS KAROZAS
Künstlerische Beratung INA KUTULAS
Ko-Produktion SCHOTT MUSIC
Musik MIKIS THEODORAKIS Regie ASTERIS KUTULAS & ACHILLEAS GATSOPOULOS
Konzept ASTERIS KUTULAS