Wie kann ein Preis Nachhaltigkeit nicht nur auszeichnen, sondern selbst verkörpern? Für den PLANET REBELS AWARD haben sich die Künstler*innen Sophie Innmann und Daniel Vollmond mit dieser Frage auseinandergesetzt. Ihre Antwort ist ein Preis, der wächst. Möglich wird dieses besondere Konzept durch die Oberfrankenstiftung als Preisstifterin.
Für jede Auszeichnung entsteht ein eigenes handgewebtes Stoffobjekt, das den Preisträger*innen überreicht wird. Ein weiteres Webstück des jeweiligen Jahrgangs bleibt in Hof und wächst mit den zukünftig noch zu vergebenden Stoffteilen zu einem großen Webstück zusammen – Jahr für Jahr, Auszeichnung für Auszeichnung.
So werden die einzelnen Geschichten der Preisträger*innen miteinander verbunden und Teil eines größeren Ganzen. Gleichzeitig verweist der Preis auf die lange Handwerkstradition der Textilproduktion in Hof.
Die ersten Stoffobjekte sind gemeinsam mit der Handweberin und „Action Weaver“ Catrin Lorch von der Weberei Kai in Bonn entstanden. Ende September ging der Prozess in Hof weiter: mit unserem Team entstanden weitere Webstücke, die Teil des wachsenden Gemeinschaftswerks werden.
Die Künstler*innen hinter dem Award
Sophie Innmann schloss 2014 ihr Studium der Malerei/Graphik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe als Meisterschülerin von Leni Hoffmann ab. Seit 2015 lebt und arbeitet sie ohne festen Wohnsitz. Ihre projektbezogenen Arbeitsaufenthalte führten sie unter anderem nach Paris, Barcelona, Minneapolis, Moskau, Yogyakarta, Plowdiw, Elefsina und Berlin. Der Logik dieses Lebenswandels folgend, interessiert sich Innmann für Netzwerk-Strukturen, Archivierung von Handlung, das Erscheinen und Verschwinden. Ihre Arbeiten manifestieren sich in unterschiedlichen Medien, die der jeweiligen Notwendigkeit der Arbeit zugrunde liegen.
In seiner künstlerischen Arbeit untersucht Daniel Vollmond soziale Beziehungen und Strukturen mit dem Ziel, zugrundeliegende Regeln und Glaubenssysteme zu erkennen und zu "hacken", um Menschen in einem kritischen Dialog zusammenzubringen. Häufig werden seine Arbeiten erst in eben diesem Akt der Auseinandersetzung durch die Rezipierenden fertiggestellt. 2016 schloss er seinen Master (MFA) mit Auszeichnung an der Goldsmiths, University of London ab.
Gemeinsam leiten die beiden das Ausstellungs- und Residenzformat ANTHROPOZÄNTA. Das Format verbindet zeitgenössische Kunst mit Fragen zu Geschichte, Umwelt und Gesellschaft im Grenzgebiet von Oberfranken, Thüringen, Sachsen und Böhmen und schafft Raum für Austausch und gemeinsames Arbeiten.
Catrin Lorch ist ausgebildete Handweberin und „Action Weaver“. In der von ihr mitgetragenen Weberei Kai in Bonn verbindet sie das traditionelle Handwerk des Webens mit Experiment, gemeinschaftlichem Arbeiten und Fragen zu Nachhaltigkeit, Technik, Kunst und Gesellschaft.
Mit dem PLANET REBELS AWARD entsteht damit nicht nur eine neue Auszeichnung für Filme, die sich mit Klima, Umwelt, Ressourcen und Zukunft beschäftigen. Es entsteht auch ein organisch wachsendes textiles Werk, das über Jahre hinweg auf vielerlei Ebenen Menschen, Geschichten, Regionen und Institutionen miteinander verbindet.
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