Zum 60. Jubiläum der Internationalen Hofer Filmtage gibt es in diesem Jahr gleich zwei außergewöhnliche Hommagen: Die eine würdigt das gemeinsame filmische Schaffen des legendären US-amerikanischen Filmemacherpaars Julie und Roger Corman, die andere ist der schweizerisch-kanadischen Regisseurin und Drehbuchautorin Léa Pool gewidmet. Zwei sehr unterschiedliche filmische Handschriften treffen dabei aufeinander – verbunden durch ihre Unabhängigkeit, ihre Lust am Erzählen und ihren nachhaltigen Einfluss auf das internationale Kino.
Julie und Roger Corman: Eine Wundertüte des unabhängigen Kinos
Julie und Roger Corman sind Pioniere des unabhängigen Low-Budget- und B-Movie-Kinos. Sie prägten über Jahrzehnte Generationen von Filmschaffenden. Mit kompromisslosen Produktionsweisen, großem Gespür für ungewöhnliche Stoffe und der Bereitschaft, filmische Grenzen auszuloten, machten sie das amerikanische Exploitation- und Independent-Kino international bekannt.
Julie Corman ist zudem Ehrengästin bei den 60. Internationalen Hofer Filmtagen. Als Produzentin und langjährige Partnerin von Roger Corman ist sie ein essenzieller Teil der vielseitigen Corman-Welt und prägte zahlreiche Produktionen entscheidend mit. Bereits 1981 waren Julie und Roger Corman zu Gast bei den Hofer Filmtagen. Roger Corman erhielt im Jahr 2010 für sein Lebenswerk einen Ehren-Oscar.
Im April dieses Jahres wäre Roger Corman, verstorben 2024, 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass präsentieren die Hofer Filmtage sechs Werke aus der Corman-Schmiede, darunter die Kultfilme THE FALL OF THE HOUSE OF USHER, LITTLE SHOP OF HORRORS, THE LADY IN RED von Lewis Teague sowie BOXCAR BERTHA, ein früher Film von Martin Scorsese.
Léa Pool: Persönliche Geschichten, gesellschaftliche Fragen
Die zweite Hommage der 60. Internationalen Hofer Filmtage ist der schweizerisch-kanadischen Regisseurin und Drehbuchautorin Léa Pool gewidmet. Mit ihren feinfühligen, häufig autobiografisch geprägten Filmen gehört sie zu den markanten Stimmen des internationalen Autorenkinos.Pools Filme erzählen von starken Frauen, von Liebe und Verlust, von Familie, Zugehörigkeit und den Brüchen, die das Leben mit sich bringt.
Dabei verbindet sie emotionale Intensität mit genauer Beobachtung, feinem Humor und einer bemerkenswerten Leichtigkeit.Immer wieder richtet Léa Pool ihren Blick auf Menschen und Beziehungen, deren Geschichten gesellschaftliche Grenzen berühren: auf starke und verletzliche Frauenfiguren, auf gleichgeschlechtliche Liebe, auf Fragen von Identität und Begehren sowie auf das Erwachsenwerden.
Ihre Filme machen persönliche Erfahrungen zum Ausgangspunkt für größere gesellschaftliche Fragen, ohne ihre Figuren auf diese Fragen zu reduzieren.Die Hofer Filmtage präsentieren eine Auswahl aus Léa Pools umfangreichem Filmschaffen.
Auf dem Programm stehen unter anderem EMPORTE-MOI– NIMM MICH MIT“, „À COPRS PERDU – BESINNUNGSLOS mit dem deutschen Schauspieler Matthias Habich, „MAMAN EST CHEZ LE COIFFEUR – MAMA IST KURZ BEIM FRISEUR sowie ihr jüngster Film ON SERA HEUREUX – WE'LL FIND HAPPINESS aus dem Jahr 2025.
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