Wir trauern um Alexander Kluge

    2006 alexander kluge

    Dr. Alexander Kluge
    1932 - 2026
    Filmpreisträger der Stadt Hof 2006

    Wir trauern um Alexander Kluge, Wegbegleiter und Freund der Internationalen Hofer Filmtage, Regisseur, Produzent, Schriftsteller, philosophischer Theoretiker, Visionär, Künstler und Zeitreisender.

    Alexander Kluge war eine der prägenden Persönlichkeiten des Jungen, später des Neuen Deutschen Films. Er gehörte zu den Initiatoren des Oberhausener Manifests, das 1962 „Papas Kino“ für tot erklärte und eine Gegenbewegung zum als rückständig empfundenen Nachkriegskino auslöste. Junge Filmemacher strebten danach, ihre Geschichten anders und frei von Konventionen zu erzählen; weg vom Unterhaltungskino der 50er Jahre, hin zu gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen. Der Autorenfilm des Neuen Deutschen Films, dessen intellektueller Kopf Alexander Kluge war, war geboren.

    Kluge, befreundet mit dem langjährigen Leiter der Hofer Filmtage, Heinz Badewitz, zeigte erst 1982 seinen Film KRIEG UND FRIEDEN bei den Filmtagen, den er zusammen mit Stefan Aust, Axel Engstfeld und Volker Schlöndorff realisierte. Der Film reflektierte die geplante NATO-Nachrüstung von Pershing-II-Mittelstreckenraketen, Cruise-Missiles und Neutronenbomben, die für Ende 1983 geplant war und die damit verbundene öffentliche Diskussion.

    Weitere Filme sowie Besuche der Internationalen Hofer Filmtage folgten in allen Jahren danach.

    2006 erhielt er den Filmpreis der Stadt Hof, der an Persönlichkeiten, die eng mit den Hofer Filmtagen verbunden sind, vergeben wird. Die Laudatio hielt Christoph Schlingensief.

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